Kinder überraschen mit Wissen

Bildung: Dritt- und Viertklässler der Seehofschule Hüttenfeld erfahren im Rahmen des „SHM“-Projekts „Klasse Kids“, wie ein Buch entsteht

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Schall

Beltz

Martin Seebohn (Mitte) vom Beltz-Verlag erfährt im Verlauf des Unterrichts, dass sich die Seehof-Schüler sehr gut mit Büchern auskennen.

© Nix

Hüttenfeld. Mit Büchern haben es die Kinder der Seehofschule in Hüttenfeld jeden Tag zu tun. Nicht nur im Unterricht, sondern auch in ihrer Freizeit haben sie ständig große, kleine, dicke, dünne oder illustrierte Schriftstücke in der Hand. Doch bis es soweit ist, liegt ein langer Weg der Entstehung hinter dem Druck-Erzeugnis.

Seit gestern wissen die Kinder auch, wie die einzelnen Schritte tatsächlich ablaufen. Im Rahmen des „SHM“-Leseförderprojekts „Klasse Kids“ besuchte Martin Seebohn vom Beltz-Verlag die Dritt- und Viertklässler und erzählte ihnen, wie ein Buch entsteht. Der Weinheimer Verlag ist Partner des „SHM“-Projekts.

„Über neue Medien sprechen wir heute nicht, Smartphones und Tablets spielen hier keine Rolle“, führt Seebohn in die Unterrichtsstunde ein und ist überrascht, dass er es bei den 28 Kindern mit wahren Leseratten zu tun hat. Eigentlich hat er nur gefragt, was die Kinder gerne lesen. Doch dann will jeder sein Lieblingsbuch nennen, und die Schüler scheinen gar nicht mehr aufhören zu wollen: „Drei Ausrufezeichen“, „Im Wunderland“, „Die wilden Kerle“, „Lotterleben“, „die Eisprinzessin“, „Die drei Fragezeichen“.

„Ihr lest ja ganz schön viel“, stellt der Referent fest, bevor er mit den Schülern Schritt für Schritt die Entstehung eines Buches bespricht. „Was steht am Anfang?“ „Autor und Verlag“, antwortet ein Schüler. „Was braucht der Autor, bevor er zu schreiben anfängt?“ – „Ein Thema.“ Die Kinder sind gut vorbereitet und informiert: „Es gibt noch jemanden, der die Illustrationen macht“, merkt ein Kind an.

„Ihr seid so schnell, ich komme ja gar nicht hinterher“, sagt Seebohn, der die an der Entstehung beteiligten Personen an die Tafel schreibt und mit Pfeilen und Linien ihren Austausch untereinander erläutert. Dann nennt er eine Person, mit der die Seehof-Schüler nicht viel anfangen können: den Lektor. „Er sieht sich die Geschichte an und kontrolliert sie auf Fehler“, erklärt der Experte die Aufgaben. „Ich habe schon mal einen Rechtschreibfehler in einem Buch gefunden“, erzählt ein Mädchen. Das sollte nicht vorkommen, könne aber schon mal passieren.

Beim nächsten Schritt hilft der Experte den Kindern weiter: „Es gibt viele Schriftarten und -größen, die Gestaltung der Seiten ist unterschiedlich und Bücher haben verschiedene Größen und Formate. Das nennt man Layout.“ Um die Unterschiede zu sehen, teilt er an die beiden Klassen Bücher aus. Schnell fällt den Kindern auf, dass jedes Buch anders gestaltet ist: „Bei mir ist kein Inhaltsverzeichnis“, „mein Buch hat keine Bilder.“

Tricks beim Drucken

Dann erklärt Seebohn den Dritt- und Viertklässlern die letzten Schritte, bevor ein Buch gedruckt und gebunden wird. Dazu hat er Probeabzüge mitgebracht, mit denen sich Farben, Schärfe und Druckqualität überprüfen lassen. „Seht ihr, hier ist der Hinweis, dass eine Abbildung nicht ganz scharf ist und nachgebessert werden muss.“ Seien die Seiten in Ordnung, könnten sie gedruckt werden. Als Seebohn den Kindern die geschnittenen Druckbögen zeigt, erzählt er von einem Trick, den die Drucker verwendeten: „Hier sind Passmarken aufgedruckt, damit kann man schnell die richtige Reihenfolge der Seiten prüfen.“ Trotzdem könne es passieren, dass einige Seiten fehlten.

Der letzte Schritt zum fertigen Buch ist die Bindung. Da die Kinder die verschiedenen Typen – Taschenbuch, Broschur oder gebunden – in den Händen halten, fällt es ihnen leicht, die Unterschiede aufzuzählen. Anschließend erarbeiten die Schüler den Weg des Buches vom Verlag in die Buchhandlungen und Bibliotheken. „Was glaubt ihr, wie lange dauert es von der Idee bis zum fertigen Buch?“ „Ein Jahr“, vermutet ein Kind und landet damit einen Volltreffer.

Zum Schluss lässt Martin Seebohn die Kinder raten, wie groß sie das größte und kleinste Buch der Welt vermuten. Die Überraschung ist groß, als er die Schätzungen der Schüler auflöst: „Das größte ist acht mal fünf Meter groß, das kleinste hat 2,4 mal 2,9 Millimeter.“

Für ihren Fleiß während des Unterrichts schenkt Martin Seebohn den Klassen Stifte und die Buchreihe „Forschen, Bauen, Staunen von A-Z“. „Sie verwöhnen uns ja“, dankt eine Schülerin.

© Südhessen Morgen, Donnerstag, 10.03.2016

Unfugtheater

Wir hatten am 22.12.2015 einen unvergesslich schönen Theaterbesuch.
Zum letzten Schultag sollte es eine kleine Überraschung für unsere Grundschulkinder der 1.-4.Klasse werden. Wir wurden von einem medialen Wunderwerk überrascht. Die zwei Schauspielerinnen waren nicht nur auf der Bühne aktiv, sondern auch auf der Leinwand präsent. Die Kombination zwischen Bühnenbild und Technik ließ ein sehr lebhaftes Bild entstehen. Durch häufigen Kostümwechsel konnten in kurzer Zeit viele verschiedene Grimm´sche Märchenfiguren zum Leben erweckt werden. Dadurch war das Stück „Hänsel und Gretel im Zauberwald“ sehr kurzweilig. Es wurden viele Elemente aus dem heutigen Leben eingefügt, ob es der fehlende Ketchup beim Rumpelstilzchen  oder die „Schimpfwortparade“ zwischen den Prinzessinnen waren, die sich dann auch noch „schlugen“. Die gut gewählten Hintergrundklänge ließen alles sehr realistisch erscheinen. Am meisten waren aber die lustigen Liedtexte der Schauspielerinnen unterstützt von selbst gespielten Instrumenten verantwortlich für die gute Stimmung. Freche Rhythmen luden zum Mitklatschen und Mitsingen ein und sogar unsere coolen „Großen“ ließen sich mitreißen. Nach dem die Hexe im Ofen landete, stimmten alle ein Siegeslied an, dass durch eine Gruppe von Kindern auf der Bühne unterstützt wurde. Ein leichter Text und passende Bewegungen wurden von allen Altersstufen schnell übernommen. Das war ein toller Abschluss für das Stück, da erneut Aktivität gefördert wurde.
Ein wirkliches Mitmachtheater in neuer, moderner Form. Applaus!

Dajana Bach

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