Ein Schandfleck, der nun Geschichte ist

Von Anthony Verselis
FREIWILLIGENTAG II Bürger beteiligen sich an fünf Projekten / Außenwand des Bürgerhauses erstrahlt in neuer Farbe

HÜTTENFELD – Auch in Hüttenfeld beteiligten sich viele Personen an der in der ganzen Region gleichzeitig durchgeführten Veranstaltung „Wir schaffen was“. Weit über hundert Freiwillige, was mehr als fünf Prozent der Gesamtbevölkerung des Stadtteils entspricht, hatten sich am Samstag bei fünf Projekten zusammengefunden, um ohne Entgelt etwas zur Verschönerung des Ortes zu leisten.

Gleich zwei verschiedene Projekte absolvierte die Sportgemeinde Hüttenfeld. Während sieben Personen der Tischtennisabteilung und Ortsvorsteher Karl Heinz Berg dem großen Saal im Bürgerhaus einen neuen Anstrich gaben, hatten sich zwölf Schützen der SGH mit Abteilungsleiter Helmut Günther an der Spitze im Vereinsheim im Sportpark versammelt, um diesem ein neues Outfit zu verpassen. Unterstützt wurden die Sportler auf Vermittlung von Rainer Braukspiepe auch von drei Asylbewerbern, die seit kurzem in Hüttenfeld eine neue Heimat gefunden haben. Eine Gruppe, bestehend aus neun Erwachsenen und zwei Kindern, die Tiny Moos zusammengestellt hatte, hatte sich den Kinderspielplatz neben dem Bürgerhaus als Betätigungsfeld ausgesucht. Dieser sieht nun ganz wie neu aus. Gleichzeitig wurden auch die Schmierereien von Sprayern an der Außenwand des Bürgerhauses mit weißer Farbe überstrichen, so dass auch dieser Schandfleck Hüttenfelds endlich Geschichte ist.

Blumensaum für Bienen und Schmetterlinge

Zahlenmäßig mehr Freiwillige hatten die beiden Schulen Hüttenfelds, die Seehofschule und das Litauische Gymnasium. Dem Ruf der Schulleiterin von Hüttenfelds Grundschule, Karin Böttger, waren 20 Erwachsene gefolgt, fast ausschließlich Eltern, sowie zehn Kinder, die auch am Samstag die Schule nicht missen wollten. In der Seehofschule ist ein „grünes“ Klassenzimmer angelegt worden, in dem bei gutem Wetter Unterricht im Freien stattfinden kann. Ein großes Sonnensegel wird die Kinder, die auf aus rohem Holz angefertigten Bänken sitzen werden, vor der Sonne schützen. Gleichzeitig wurde neben dem Schulgebäude ein Blumensaum für Schmetterlinge und wilde Bienen angelegt, und der bisherige Rasen soll später in eine Kräuter- und Blumenwiese verwandelt werden. Davon verspricht man sich mehr Bewohner für das vorhandene Insektenhotel, das bisher nur spärlich belegt ist.

Im Litauischen Gymnasium mit dem vier Hektar großen Park gab es naturgemäß ebenfalls sehr viel zu tun. Weit mehr als 60 Personen – viele davon hatten sich nicht im Voraus angemeldet, sondern waren spontan hinzugestoßen – sorgten dafür, dass das Außengelände nach diesem Aktionstag nicht wiederzuerkennen ist. Viele Eltern, Lehrer, aber auch Schüler machten mit. Die Koordination aller Tätigkeiten lag in den bewährten Händen von Oberstufenleiterin Gabriele Hoffmann.

An allen fünf Projekten freuten sich die Freiwilligen in ihren schicken blauen T-Shirts über den Besuch von Bürgermeister Gottfried Störmer und Dirk Eichenauer in ihrem leisen Elektroauto mit Groß-Gerauer Kennzeichen. Das Stadtoberhaupt kam nicht mit leeren Händen, sondern hatte für jeden der ehrenamtlichen Helfer auch ein Geschenk mitgebracht – ein Allzweckgerät, gleichermaßen nützlich für Mann und Frau und praktisch am Gürtel zu tragen. Später bekamen die fleißigen Helfer auch ein Mittagessen spendiert.

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